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Zu Gast bei Radio Freequenns: Wo der Glasfaserausbau im Bezirk Liezen steht

Enrico Radaelli, Ernst Nussbaumer und Philipp Dorrer im Studio von Radio Freequenns in Liezen
Enrico Radaelli, Ernst Nussbaumer (Radio Freequenns) und Philipp Dorrer im Studio. Foto: Ernst Nussbaumer / Radio Freequenns

Am 9. September waren Philipp Dorrer, kaufmännischer Geschäftsführer der RML Infrastruktur, und Unternehmenssprecher Enrico Radaelli im Infopoint von Radio Freequenns zu Gast. Eine dreiviertel Stunde lang ging es um den Stand des Ausbaus, um Kritik und Verzögerungen und um die Frage, wie man im Bezirk Liezen zu seinem Glasfaseranschluss kommt. Die Sendung kann man auf cba.media nachhören. Hier die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

Wo der Ausbau aktuell steht

Rund 31.000 Haushalte im Bezirk haben das Glasfaser-Leerrohr bereits an der Grundstücksgrenze bei Einfamilienhäusern oder in Wohnungen bei Mehrparteienhäusern liegen. 19.000 davon können sofort einen Glasfaseranschluss bei einem der Internetservice-Anbieter bestellen, bei den restlichen 11.000 wird gerade die Glasfaser in die Leerrohre eingebracht. 6.500 Haushalte haben bereits bestellt, rund 1.600 surfen heute schon über das regionale Glasfasernetz der RML Infrastruktur. Bis Jahresende werden es knapp 5.000 aktive Kunden sein.

Der Projektfortschritt ist in den letzten eineinhalb Jahren von 31 auf 65 Prozent gestiegen. Dahinter stecken fast 1.000 Kilometer Grabungsleistung in einem Bezirk mit vielen Flüssen, Bächen, Bahnquerungen und Leitungsrechten, die einzeln verhandelt und genehmigt werden müssen.

Zeitplan: Förderzeitraum bis 2028

Ursprünglich sollte der Ausbau 2026 abgeschlossen sein. Das wird nicht halten, der Förderzeitraum wurde bis 2028 verlängert. Philipp Dorrer und Enrico Radaelli haben im Studio nicht um den Punkt herumgeredet: Bei einem Infrastrukturprojekt dieser Größe haben sich alle Beteiligten den Ablauf anders vorgestellt, die Gemeinden genauso wie das Unternehmen. Man habe Jahr für Jahr dazugelernt und sei im dritten Anlauf auf einem guten Weg. Seit dem Treffen mit allen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern vor dem Sommer ist der Austausch mit den Gemeinden enger und strukturierter, unter anderem über eine eigene Anwendung, in der jede Gemeinde offene Mängel einsehen kann.

Zur Frage, wer für die Verzögerung verantwortlich sei, gab es eine klare Antwort: Niemand Einzelner. Es braucht alle, die Leitungsrechte einräumen, Genehmigungen erteilen, bauen und koordinieren. Wenn der Bezirk das gemeinsam durchzieht, ist er in wenigen Jahren einer der ersten in Österreich, der großflächig mit Glasfaser versorgt ist.

Guter Fortschritt in Liezen

In der Bezirkshauptstadt hat der Ausbau der Glasfaserinfrastruktur im Juni begonnen. Die Glasfaser-Ortszentrale steht seit Anfang September, Anfang Oktober folgt die Anbindung an das Backbone, also die Verbindung zum schnellen Internet. Danach startet auch im Osten von Liezen der Vertrieb und die Bevölkerung kann Glasfaserinternet bei den Internetservice-Anbietern bestellen. In Weißenbach bei Liezen surfen die ersten Kundinnen und Kunden schon länger mit Glasfaser, Richtung Ausseer Straße und Admonter Straße hinunter zur Baubezirksleitung liegen die Leerrohre bereits.

Warum ein eigenes Netz bis ins Haus

Auf die Frage, warum man nicht einfach bestehende Glasfaserleitungen anderer Anbieter nutzt, erklärte Philipp Dorrer das Netzkonzept: Bestehende Netze bringen die Glasfaser oft bis in die Nähe, aber nicht bis ins Haus, bis in die Wohnung. Die RML Infrastruktur baut ein Point-to-Point-Netz. Jeder Haushalt im Ausbaugebiet bekommt eine eigene Glasfaser von der Glasfaser-Ortszentrale bis ins Wohnzimmer, die mit niemandem geteilt wird. Wo es sinnvoll und möglich ist, wird vorhandene Infrastruktur mitgenutzt, um unnötige Grabungen zu vermeiden.

Der Anschluss selbst ist für Haushalte im Aktionszeitraum bzw. zwei Jahre nach Baustart im jeweiligen Ausbaugebiet kostenlos, weil dies mit der Region, mit den Gemeinden so vereinbart ist. Bezahlt wird nur der Tarif beim Internetserviceanbieter. Sieben Anbieter sind derzeit auf dem offenen Glasfasernetz verfügbar.

Zu den Vorwürfen in den Medien

Angesprochen auf Berichte über angeblich unbezahlte Rechnungen wies Philipp Dorrer die Vorwürfe zurück. Die RML Infrastruktur beauftragt Generalunternehmer und bezahlt deren Rechnungen fristgerecht, nach Erbringung der vereinbarten Leistung und einem mehrstufigen Freigabeprozess. Zahlungen zwischen Generalunternehmern und deren Subunternehmen liegen außerhalb der Vertragsbeziehung der RML Infrastruktur. Gegen die Person hinter den anonymen Schreiben wurden rechtliche Schritte eingeleitet. Die ausführliche Stellungnahme dazu findest du hier: Stellungnahme zur Berichterstattung.

Was kostet der Anschluss und warum gibt es Eigenleistung?

Bis ins Haus, bis in die Wohnung ist der Anschluss kostenlos. Das Leerrohr wird an der Grundstücksgrenze abgelegt und fotodokumentiert. Von dort bis ins Haus verlegen Eigentümerinnen und Eigentümer die Leitung selbst, mit dem Hausanschlusspaket, das nach der Bestellung kostenlos von der RML Infrastruktur zugeschickt wird. Der Grund ist einfach: Niemand möchte, dass eine Baufirma quer durch den fertigen Garten gräbt. Bei Wohnungen in Mehrparteienhäusern fällt deutlich weniger Eigenleistung an. Dieses Vorgehen ist bei allen Glasfasererrichtern in Österreich gleich.

So kommst du zu deinem Anschluss

Der Weg zum Anschluss führt nicht über die Gemeinde, sondern über einen Internetanbieter oder direkt über deineglasfaser.at/bestellen:

  1. Adresse prüfen und einen Internetserviceanbieter auswählen.
  2. Hausanschlusspaket erhalten und das Leerrohr von der Grundstücksgrenze ins Haus verlegen.
  3. Fertigmeldung abschicken, dann kommt ein Techniker und schaltet den Anschluss aktiv. Das Modem schickt oder bringt der Internetserviceanbieter.

Wer lieber persönlich beraten wird, hat mehrere Möglichkeiten: Most Wanted berät in Gröbming und im Stadthaus Arkade in Liezen und schließt Verträge direkt ab. Die Salzburg AG hat einen Standort in Gröbming, Magenta einen Shop im ELI. Dazu kommen die Glasfaser-Sprechstunden in den Gemeinden und die nächsten Informationsveranstaltungen, geplant in Aigen, Irdning, Bad Mitterndorf und Stainach-Pürgg. Die Termine findest du unter Glasfaser-Sprechstunden und Informationsveranstaltung.

Um den persönlichen Kontakt weiter auszubauen, sucht die RML Infrastruktur derzeit Verstärkung für das Team. Offene Stellen findest du unter Aktuelles.

Zahlen zur Finanzierung

Bis Ende 2025 wurden 123 Millionen Euro in das Netz investiert. Die Kosten liegen bei 170 Millionen Euro, davon sind 90 Millionen Euro Förderung zugesagt. Der aktuelle Projektumfang liegt bei 180 bis 190 Millionen Euro. Mehrkosten trägt die Gesellschaft, nicht die Gemeinden. Das Regionalmanagement Bezirk Liezen ist an der RML Infrastruktur beteiligt, und vertraglich ist festgelegt, dass das Netz nach 50 Jahren in das Eigentum der Region übergeht. Wer heute bestellt, nutzt also ein Netz, das langfristig der Region gehört.

Jetzt bestellen und Herstellungsentgelt sparen

Bis 31. Oktober 2026 entfällt das Herstellungsentgelt von 1.500 Euro. Prüfe deine Adresse und sichere dir deinen Anschluss.

Die ganze Sendung zum Nachhören: Infopoint Glasfaser Bezirk Liezen auf cba.media